One moment one story

Jeder Moment erzählt eine Geschichte.

Monat: Oktober 2016

Loslassen (2011)

Viele Menschen träumen von einem Fallschirmsprung. Einmal im Leben wollen sie sich trauen. Ich habe mich getraut und 2011 mit der Grundausbildung im Freifall-Fallschirmspringen begonnen. Warum ich sie nicht beendet habe? Das ist eine andere Geschichte!

p1030080
Trockenübung

Loslassen

Der dünne lila Stoff schmiegt sich an meinen Hintern. Meine warme Haut verschmilzt mit dem Nylon. Ich stecke meine Arme in die Ärmel. Wie soll ich diesen superengen Anzug über meine Schultern bekommen? Ich krümme mich zusammen und zwänge mich irgendwie hinein. Jetzt die Luft anhalten und langsam den Reißverschluss hochziehen. Brüste zusammenschieben – geschafft. Ich schaue an mir herunter. Wow, ich bin Lara Croft! Weiterlesen

Schokolade!

Schon direkt nach meiner Ankunft in Chicago fiel mir der angenehme Schokoladenduft auf, der mir hier in Downtown immer wieder in die Nase kroch. Woher kam er? Aus einer Bäckerei? Einem Schokoladenladen? Ich konnte nichts entdecken. Durch Zufall verschlug es uns nach einem Spielplatzbesuch am Fluss auf die andere Flussseite. Und da entdeckten wir auf einmal die Quelle: eine Schokoladenfabrik, the Blommer Chocolate Company.

Ich rechnete damit, dass jeden Moment Willy Wonka aus dem Fabriktor tritt, mich willkommen heißt und dann durch das Schokoladenparadies zu den Oompa-Loompas führt. Kennt ihr den Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“? Wenn nicht, solltet ihr ihn euch ansehen. Es ist einer meiner Lieblingsfilme, da Johnny Depp grandios spielt und ziemlich viel Gesellschaftskritik, eingewickelt in eine Schokoladentafel, serviert wird.
Leider kam Willy Wonka nicht aus der Fabrik. Dafür habe ich heute den Fabrikladen besucht. Spartanisch eingerichtet. Eine große Ecke mit Halloween Süßigkeiten. Ein Riesenregal mit Nüssen in verschiedensten Schokoladenüberzügen (ich habe non-sugar almonds mitgenommen). Ein kleines Regal mit Pralinen. That’s it. Also, ein bisschen romantischer könnte man es schon gestalten…

Als nächstes muss ich herausfinden ob ich an einer Fabrikführung teilnehmen kann. Dann fällt das Kind zufällig in einen Schokoladenbottich, muss von mir gerettet werden und ich bin Kopf bis Fuß in Schokolade gehüllt! So der Plan…

Chicago Marathon

Seit ungefähr 15 Jahren ist Laufen ein wichtiger Teil meines Lebens. Diese Leidenschaft hat mein damaliger Sportlehrer, Herr K., geweckt. Er hatte Triathlon als Wahlsport ganz neu eingeführt. Meine Grundlage in den drei Disziplinen (schwimmen, Rad fahren, laufen) überraschte mich. Beim Rad fahren war ich schlechter als erwartet, beim laufen besser und beim schwimmen so lala, wie erwartet. Weiterlesen

Open house

Am Wochenende war Chicago Open House. Ein tolles Konzept bei dem Architektur Interessierte verschiedene Gebaeude besuchen konnten.

Wen es wundert warum es so viele Flaggen mit „W“ auf den Bildern gibt – die Baseball Mannschaft Chicago Cubs hat nach einer langen Zeit mal wieder eine Siegesserie, daher ist die ganze Stadt beflaggt und die Springbrunnen sind blau eingefaerbt – Go Cubs!

First impressions of Chicago

Ankunft in den USA

Nach einer langen, langen Reise mit umsteigen in London-Heathrow und langem Anstehen bei der Einreisekontrolle durfte ich endlich US-amerikanischen Boden betreten. Da ich mit rund 40kg Gepäck plus Kind beladen war, konnte ich mich nicht hinknien und den Boden küssen.
Weiterlesen

Kleiner Fuchs (2011)

Dieser Text war die erste Geschichte, die ich beim Lesetresen im Café Cralle vorgelesen habe (Oktober 2011).

Impuls: Die Ausstellung „Unheimlich vertraut – Bilder vom Terror“ c/o Berlin
Kunstwerk: Thomas Hirschhorn: The Incommensurable Banner

Kleiner Fuchs
Sein Gesicht rötet sich. Er stützt die Hände auf seine Knie. Bereit jeden Moment aufzuspringen und seinen Diskussionspartner zu attackieren, falls Worte nicht mehr ausreichen. Der andere: Sonnengebräunt, ein verächtliches Lächeln umspielt seine Lippen. Die kinnlangen Haare, das legère Polohemd verleihen ihm zusammen mit dem Teint ein jugendliches Aussehen. Trotzdem kann ich sogar von meinem Platz in der vierten Reihe aus seine Falten sehen.
Er fragt in die Runde worüber hier eigentlich geredet werde. Amerikaner und Europäer hätten dieses Ereignis bis heute nicht begriffen. Außerdem hätten ihn die kurze Zeit nach den Attentaten einsetzenden Erklärungsversuche angewidert. Er stellt die Frage, warum allen Ereignissen eine tiefliegende Bedeutung zugeschrieben werden müsse.
Der als Moderator engagierte Professor versucht die Diskussion zu schlichten. So hatte er sich das sicher nicht vorgestellt, als er gebeten wurde das Podium zur Frage der Macht von Bildern am Beispiel der Terroranschläge vom 11.09.2001 zu leiten. Hilflos wirft er ein:
„Aber, wir können die Diskussion ja jetzt nicht einfach beenden!“ Weiterlesen