One moment one story

Jeder Moment erzählt eine Geschichte.

Kategorie: USA (Seite 1 von 2)

Abschied von Chicago

Weihnachten 2017 entscheiden wir uns. Wir werden unser Chicago Abenteuer früher als geplant beenden und nach Berlin zurückziehen. Warum? Weiterlesen

Alltag: Schwimmbaeder

Bevor ich hierher in die USA gezogen bin, hatte ich einige Vorurteile über Amerika und die Amerikaner. Es ist sehr spannend zu erleben wie diese sich nach und nach als falsch herausstellen… Eins war zum Beispiel dass die Amerikaner uns technologisch weit überlegen sind. Über den Zustand der Infrastruktur (Straßen, Gebäude, etc.) habe ich mir vorher nicht viele Gedanken gemacht (vielleicht zum Glück), aber dazu werde ich nochmal einen extra Post schreiben, denn ich muss mich ständig darueber aufregen. Weiterlesen

Den Nachbarstaat entdecken: Welcome to Indy! (Indiana)

Auch wenn Chicago eine tolle Stadt ist, ist es sehr spannend andere Staaten rund um Illinois zu entdecken.

Am letzten Wochenende war kinderfreies Wochenende angesagt!

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Eins, zwei, Polizei…

In letzter Zeit wurde sowohl hier in den USA als auch in Deutschland viel über die hohe Kriminalitätsrate in Chicago berichtet. Im letzten Jahr wurden hier über 700 Menschen getötet. Zum Vergleich: in Berlin wurden 2015 laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) 34 Menschen getötet (Mord, Totschlag, Tod auf Verlangen).

Auch Präsident Trump fürchtet um Chicago. Er hat angedroht, die Nationalgarde nach Chicago zu schicken, falls die örtliche Polizei die Lage nicht in den Griff bekomme. Vielleicht sollte er androhen, selbst zu kommen – ich könnte mir vorstellen, dass das ein effektiveres Drohszenario ist!

Das hört sich ganz schön nach Wildem Westen an, oder? Aber in den Vierteln Chicagos in denen ich mich hauptsächlich aufhalte, spiegeln diese Zahlen überhaupt nicht die Realität wider. Chicago ist eine sehr segregierte (kennt ihr ein gutes, deutsches genau so passendes Wort?) Stadt, das heißt Nationen/Hautfarben leben weitestgehend getrennt voneinander in unterschiedlichen Stadtvierteln. Im Süden leben schwarze Menschen, im Westen hispanische Menschen und im Norden weiße Menschen. Im Süden und im Westen konzentriert sich die Kriminalität. Ich habe diese Viertel noch nicht näher erkundet, habe also noch kein eigenes Bild von diesen Gegenden, aber ich höre leider nur Schlimmes.

Aber in meinem Viertel kann ich mich sehr sicher fühlen. Den Beweis dafür durfte ich gestern erleben:
Ein Polizist fuhr in seinem Wagen die Belmont Street entlang und hat mit großer Ruhe und Sorgfalt einen Parksünder nach dem anderen notiert. Wenn die Polizei Zeit für so etwas hat, dann kann es hier nicht so gefährlich sein…

Wenn Frauen demonstrieren…

Eigentlich hätte der 20.1. ein Freudentag für mich sein sollen, statt dessen war ich deprimiert. Es war endlich soweit: Der neue US-Präsident wurde vereidigt und hat seine Arbeit begonnen. Und zwar genauso schlimm oder noch schlimmer als erwartet… Weiterlesen

Zweiter Advent

Es ist tatsächlich schon wieder so weit: Der 2. Advent ist da! Chicago ist inzwischen wunderbar weihnachtlich dekoriert. Lichterketten überall, in Roscoe Village gibt es einen Community Tree und Weihnachtsmärkte gibt es auch. Sogar einen German Christkindelsmarket mit Gluhwein, wie die Amerikaner sagen, Bratwurst, Sauerkraut und Strudel (Moment, ist der nicht österreichisch…?). 

Beim Verlassen des Weihnachtsmarktes wurde ich aufgefordert, meine Tasse auszutrinken – auf der Straße darf man keinen Alkohol trinken. Daran hab ich mich noch nicht gewöhnt, in Berlin war das irgendwie anders…

Im Millenium Park wurde ein riesiger Baum mit bunten Lichtern aufgestellt.

An jedem Freitag Abend findet dort außerdem Christmas Caroling statt. Wechselnde Chöre singen Weihnachtslieder und alle sind eingeladen mitzusingen. Noch habe ich drei Wochen Zeit um die amerikanischen Liedtexte zu lernen… Es war wirklich sehr schön, die Chorleiterin war enthusiastisch und herzlich und es wurden nicht nur christliche Lieder, sondern auch Chanukka Lieder gesungen.

Im Merchandise Mart findet dieses Wochenende der Design Weihnachtsmarkt „One of a kind“ statt. Vom Konzept her so wie das „Holy Shit Shopping“ in Berlin bei dem ich immer tolle Geschenke gefunden habe. „One of a kind“ ist riesig, aber ich fand die Stände etwas enttäuschend. Nicht besonders ausgefallen, zu teuer, ziemlich konservativ. Aber hübsche Ohrringe habe ich gefunden!

Mit diesen Impressionen vom weihnachtlichen Chicago verabschiede ich mich. Ich wünsche euch allen einen schönen zweiten Advent!

Politik (vor der Präsidentschaftswahl)

Diesen Text habe ich am 07.11.2016 per Skype im Café Cralle, Berlin, gelesen.

Morgen sind Wahlen. Ein Wahlkampf den ich von Deutschland aus mit Erstaunen, Entsetzen und Abscheu beobachtet habe. Hier ist er nicht so omnipräsent im Stadtbild wie es bei deutschen Wahlkämpfen der Fall ist. Bei den enormen Spendensummen von denen immer die Rede ist, die jede*r Wahlkämpfer*in sammeln muss, hätte ich gedacht, dass das Land mit Plakaten gepflastert ist. Als ich in einer Bar bin, kommt in einer der zahlreichen Pausen während des Baseballspiels ein Werbespot für Donald Trump. Die anderen an meinem Tisch schütteln alle ungläubig den Kopf. Nun ja, das sind alles Europäer, von daher nicht repräsentativ. Weiterlesen

Was kostet die Welt (in den USA)?

Es ist schon länger in Europa bekannt, dass in den USA viele Menschen mehrere Jobs haben müssen, um über die Runden zu kommen. Aber mir hat sich nie so ganz erschlossen warum das eigentlich so ist. Allmählich beginne ich zu verstehen. Lebensmittel und Alltagswaren sind teilweise teurer. Vor allem beim Einkaufen und Essen gehen kann man fiese Überraschungen erleben, weil auf den Preis, der am Lebensmittel steht, immer noch eine Steuer aufgeschlagen wird. Man weiß vorher also nie wie hoch der Preis am Ende tatsächlich ist. Ein Glas Honig kostet 10 Dollar. Eine Rolle Backpapier 4,50 Dollar. Bio-Joghurt 8 Dollar. Ein Sixpack Softdrinks allerdings nur 2,50 Dollar. Ein Bier in einer Bar 6-10 Dollar. Ein Glas Wein 8-15  Dollar. Weiterlesen

Neues Zuhause

Nach einem Monat in den USA habe ich Anfang November die nächste große Veränderung bewältigt: Den Umzug in die permanente Wohnung. Die Übergangswohnung in Downtown, Lake/Wells Street, 42. Stock, gefiel mir wirklich sehr gut, aber ich habe mich jetzt auch auf die neue Wohnung gefreut.

Downtown ist spannend, aber vor allem auch sehr laut. Ständig quietschten und rumpelten die Züge unter mir lang, Tag und Nacht waren immer wieder Sirenen zu hören und dieses kontinuierliche Großstadtbrummen. Kennt ihr das? Mir ist es zum ersten Mal in New York City aufgefallen. In Berlin ist es auch zu hören, wenn auch nicht überall. Und in der Mitte von Chicago hat es mich auch begleitet.

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Bye, bye Wolkenkratzer!

Meine neue Wohnung liegt im sogenannten Roscoe Village. Dem „Dorf in der Stadt“. Klingt nach Prenzlauer Berg, oder? Ist auch so ähnlich. Mich scheint so was anzuziehen. Gebürtig komme ich aus einer niedersächsischen Kleinstadt. Nach dem Abitur hatte ich das Bedürfnis, sofort in eine größere Stadt zu ziehen. Brühl, Wiesbaden, Freiburg, Wiesbaden, Berlin – und nun Chicago. Die Städte sind größer geworden. Aber irgendwie bin ich immer in Vierteln mit kleinen Läden, außergewöhnlichen Cafés und Parks gelandet, die einen dörflichen Charakter haben.  Vielleicht braucht meine Kleinstadtseele doch ein beschränkteres Terrain? Glücklicherweise lässt sich das auch in Großstädten finden.
Auf jeden Fall ist es hier in Roscoe Village sehr entspannt. Breite Gehwege, viele Leute mit Kindern, nette Cafés, zwei Kaffeeröstereien in unmittelbarer Nähe, Restaurants, ein Weinladen, ein Buchladen… was will ich mehr?!

Schokolade!

Schon direkt nach meiner Ankunft in Chicago fiel mir der angenehme Schokoladenduft auf, der mir hier in Downtown immer wieder in die Nase kroch. Woher kam er? Aus einer Bäckerei? Einem Schokoladenladen? Ich konnte nichts entdecken. Durch Zufall verschlug es uns nach einem Spielplatzbesuch am Fluss auf die andere Flussseite. Und da entdeckten wir auf einmal die Quelle: eine Schokoladenfabrik, the Blommer Chocolate Company.

Ich rechnete damit, dass jeden Moment Willy Wonka aus dem Fabriktor tritt, mich willkommen heißt und dann durch das Schokoladenparadies zu den Oompa-Loompas führt. Kennt ihr den Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“? Wenn nicht, solltet ihr ihn euch ansehen. Es ist einer meiner Lieblingsfilme, da Johnny Depp grandios spielt und ziemlich viel Gesellschaftskritik, eingewickelt in eine Schokoladentafel, serviert wird.
Leider kam Willy Wonka nicht aus der Fabrik. Dafür habe ich heute den Fabrikladen besucht. Spartanisch eingerichtet. Eine große Ecke mit Halloween Süßigkeiten. Ein Riesenregal mit Nüssen in verschiedensten Schokoladenüberzügen (ich habe non-sugar almonds mitgenommen). Ein kleines Regal mit Pralinen. That’s it. Also, ein bisschen romantischer könnte man es schon gestalten…

Als nächstes muss ich herausfinden ob ich an einer Fabrikführung teilnehmen kann. Dann fällt das Kind zufällig in einen Schokoladenbottich, muss von mir gerettet werden und ich bin Kopf bis Fuß in Schokolade gehüllt! So der Plan…

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