Jeder Moment erzählt eine Geschichte.

Category: short stories

First Son of the Nation

I read this story on December 5th 2016 live via Skype at Café Cralle (Berlin). Christian, Claas and me had chosen „father and sons“ as topic.
First Son of the Nation
Panting, heavy Dark Vader breathing behind him. He ran and ran but the noise didn’t stop. He was wearing his magic Nike shoes, so he had to win! Suddenly the path ended, an abyss opened up in front of him. He stopped, turned breathing heavily. There she was. Hillary Clinton. In one of her hideous pink suits. A frozen smile on her face. She moved towards him.
“Give me your hand, Barron. I love everybody!“
He backed away, lost his balance and fell. His mouth opened into an endless scream.

Someone was shaking him. Opening his eyes he looked into his mother’s brown Bambi eyes. Continue reading

Alles Käse (2016)

Viele Menschen gewinnen ihr Bild von Polizeiarbeit nur durch Krimis im Fernsehen. Die – nun ja, nicht so ganz der Realität des Polizeialltags entsprechen. Wenn in meinen Geschichten Polizisten eine Rolle spielen, versuche ich daher immer es etwas realitätsnäher zu beschreiben. Inklusive seltsamer Abkürzungen und Beamtensprache 🙂

Alles Käse

Das Telefon vibrierte auf ihrem Nachttisch. Tilda schreckte hoch und griff es bevor es auf den Boden fiel.
„Ja?“
“Es tut sich was auf der TKÜ.“
„Ja, und? Dafür musst Du mich um“, sie blickte auf den altmodisch tickenden Messingwecker. „Drei Uhr morgens wecken? Die haben die letzten Tage schon mehr telefoniert, falls Du es nicht mitbekommen hast.“
„Sie sagen Dinge, die wir nicht ganz deuten können. Und der Sänger ist offensichtlich in den USA.“
„Weiß der Polizeiführer schon davon?“
„Nein, wir verstehen ja nicht alles und…“
„Schon gut. Ich komme. Welcher Dolmetscher ist da?“
„Raif.“
„Er soll Frederic holen.“ Continue reading

Loslassen (2011)

Viele Menschen träumen von einem Fallschirmsprung. Einmal im Leben wollen sie sich trauen. Ich habe mich getraut und 2011 mit der Grundausbildung im Freifall-Fallschirmspringen begonnen. Warum ich sie nicht beendet habe? Das ist eine andere Geschichte!

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Trockenübung

Loslassen

Der dünne lila Stoff schmiegt sich an meinen Hintern. Meine warme Haut verschmilzt mit dem Nylon. Ich stecke meine Arme in die Ärmel. Wie soll ich diesen superengen Anzug über meine Schultern bekommen? Ich krümme mich zusammen und zwänge mich irgendwie hinein. Jetzt die Luft anhalten und langsam den Reißverschluss hochziehen. Brüste zusammenschieben – geschafft. Ich schaue an mir herunter. Wow, ich bin Lara Croft! Continue reading

Kleiner Fuchs (2011)

Dieser Text war die erste Geschichte, die ich beim Lesetresen im Café Cralle vorgelesen habe (Oktober 2011).

Impuls: Die Ausstellung „Unheimlich vertraut – Bilder vom Terror“ c/o Berlin
Kunstwerk: Thomas Hirschhorn: The Incommensurable Banner

Kleiner Fuchs
Sein Gesicht rötet sich. Er stützt die Hände auf seine Knie. Bereit jeden Moment aufzuspringen und seinen Diskussionspartner zu attackieren, falls Worte nicht mehr ausreichen. Der andere: Sonnengebräunt, ein verächtliches Lächeln umspielt seine Lippen. Die kinnlangen Haare, das legère Polohemd verleihen ihm zusammen mit dem Teint ein jugendliches Aussehen. Trotzdem kann ich sogar von meinem Platz in der vierten Reihe aus seine Falten sehen.
Er fragt in die Runde worüber hier eigentlich geredet werde. Amerikaner und Europäer hätten dieses Ereignis bis heute nicht begriffen. Außerdem hätten ihn die kurze Zeit nach den Attentaten einsetzenden Erklärungsversuche angewidert. Er stellt die Frage, warum allen Ereignissen eine tiefliegende Bedeutung zugeschrieben werden müsse.
Der als Moderator engagierte Professor versucht die Diskussion zu schlichten. So hatte er sich das sicher nicht vorgestellt, als er gebeten wurde das Podium zur Frage der Macht von Bildern am Beispiel der Terroranschläge vom 11.09.2001 zu leiten. Hilflos wirft er ein:
„Aber, wir können die Diskussion ja jetzt nicht einfach beenden!“ Continue reading