Nach einem Monat in den USA habe ich Anfang November die nächste große Veränderung bewältigt: Den Umzug in die permanente Wohnung. Die Übergangswohnung in Downtown, Lake/Wells Street, 42. Stock, gefiel mir wirklich sehr gut, aber ich habe mich jetzt auch auf die neue Wohnung gefreut.

Downtown ist spannend, aber vor allem auch sehr laut. Ständig quietschten und rumpelten die Züge unter mir lang, Tag und Nacht waren immer wieder Sirenen zu hören und dieses kontinuierliche Großstadtbrummen. Kennt ihr das? Mir ist es zum ersten Mal in New York City aufgefallen. In Berlin ist es auch zu hören, wenn auch nicht überall. Und in der Mitte von Chicago hat es mich auch begleitet.

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Bye, bye Wolkenkratzer!

Meine neue Wohnung liegt im sogenannten Roscoe Village. Dem “Dorf in der Stadt”. Klingt nach Prenzlauer Berg, oder? Ist auch so ähnlich. Mich scheint so was anzuziehen. Gebürtig komme ich aus einer niedersächsischen Kleinstadt. Nach dem Abitur hatte ich das Bedürfnis, sofort in eine größere Stadt zu ziehen. Brühl, Wiesbaden, Freiburg, Wiesbaden, Berlin – und nun Chicago. Die Städte sind größer geworden. Aber irgendwie bin ich immer in Vierteln mit kleinen Läden, außergewöhnlichen Cafés und Parks gelandet, die einen dörflichen Charakter haben.  Vielleicht braucht meine Kleinstadtseele doch ein beschränkteres Terrain? Glücklicherweise lässt sich das auch in Großstädten finden.
Auf jeden Fall ist es hier in Roscoe Village sehr entspannt. Breite Gehwege, viele Leute mit Kindern, nette Cafés, zwei Kaffeeröstereien in unmittelbarer Nähe, Restaurants, ein Weinladen, ein Buchladen… was will ich mehr?!

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