One moment one story

Jeder Moment erzählt eine Geschichte.

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Zweiter Advent

Es ist tatsächlich schon wieder so weit: Der 2. Advent ist da! Chicago ist inzwischen wunderbar weihnachtlich dekoriert. Lichterketten überall, in Roscoe Village gibt es einen Community Tree und Weihnachtsmärkte gibt es auch. Sogar einen German Christkindelsmarket mit Gluhwein, wie die Amerikaner sagen, Bratwurst, Sauerkraut und Strudel (Moment, ist der nicht österreichisch…?). 

Beim Verlassen des Weihnachtsmarktes wurde ich aufgefordert, meine Tasse auszutrinken – auf der Straße darf man keinen Alkohol trinken. Daran hab ich mich noch nicht gewöhnt, in Berlin war das irgendwie anders…

Im Millenium Park wurde ein riesiger Baum mit bunten Lichtern aufgestellt.

An jedem Freitag Abend findet dort außerdem Christmas Caroling statt. Wechselnde Chöre singen Weihnachtslieder und alle sind eingeladen mitzusingen. Noch habe ich drei Wochen Zeit um die amerikanischen Liedtexte zu lernen… Es war wirklich sehr schön, die Chorleiterin war enthusiastisch und herzlich und es wurden nicht nur christliche Lieder, sondern auch Chanukka Lieder gesungen.

Im Merchandise Mart findet dieses Wochenende der Design Weihnachtsmarkt „One of a kind“ statt. Vom Konzept her so wie das „Holy Shit Shopping“ in Berlin bei dem ich immer tolle Geschenke gefunden habe. „One of a kind“ ist riesig, aber ich fand die Stände etwas enttäuschend. Nicht besonders ausgefallen, zu teuer, ziemlich konservativ. Aber hübsche Ohrringe habe ich gefunden!

Mit diesen Impressionen vom weihnachtlichen Chicago verabschiede ich mich. Ich wünsche euch allen einen schönen zweiten Advent!

Alles Käse (2016)

Viele Menschen gewinnen ihr Bild von Polizeiarbeit nur durch Krimis im Fernsehen. Die – nun ja, nicht so ganz der Realität des Polizeialltags entsprechen. Wenn in meinen Geschichten Polizisten eine Rolle spielen, versuche ich daher immer es etwas realitätsnäher zu beschreiben. Inklusive seltsamer Abkürzungen und Beamtensprache 🙂

Alles Käse

Das Telefon vibrierte auf ihrem Nachttisch. Tilda schreckte hoch und griff es bevor es auf den Boden fiel.
„Ja?“
„Es tut sich was auf der TKÜ.“
„Ja, und? Dafür musst Du mich um“, sie blickte auf den altmodisch tickenden Messingwecker. „Drei Uhr morgens wecken? Die haben die letzten Tage schon mehr telefoniert, falls Du es nicht mitbekommen hast.“
„Sie sagen Dinge, die wir nicht ganz deuten können. Und der Sänger ist offensichtlich in den USA.“
„Weiß der Polizeiführer schon davon?“
„Nein, wir verstehen ja nicht alles und…“
„Schon gut. Ich komme. Welcher Dolmetscher ist da?“
„Raif.“
„Er soll Frederic holen.“ Weiterlesen

Politik (vor der Präsidentschaftswahl)

Diesen Text habe ich am 07.11.2016 per Skype im Café Cralle, Berlin, gelesen.

Morgen sind Wahlen. Ein Wahlkampf den ich von Deutschland aus mit Erstaunen, Entsetzen und Abscheu beobachtet habe. Hier ist er nicht so omnipräsent im Stadtbild wie es bei deutschen Wahlkämpfen der Fall ist. Bei den enormen Spendensummen von denen immer die Rede ist, die jede*r Wahlkämpfer*in sammeln muss, hätte ich gedacht, dass das Land mit Plakaten gepflastert ist. Als ich in einer Bar bin, kommt in einer der zahlreichen Pausen während des Baseballspiels ein Werbespot für Donald Trump. Die anderen an meinem Tisch schütteln alle ungläubig den Kopf. Nun ja, das sind alles Europäer, von daher nicht repräsentativ. Weiterlesen

Was kostet die Welt (in den USA)?

Es ist schon länger in Europa bekannt, dass in den USA viele Menschen mehrere Jobs haben müssen, um über die Runden zu kommen. Aber mir hat sich nie so ganz erschlossen warum das eigentlich so ist. Allmählich beginne ich zu verstehen. Lebensmittel und Alltagswaren sind teilweise teurer. Vor allem beim Einkaufen und Essen gehen kann man fiese Überraschungen erleben, weil auf den Preis, der am Lebensmittel steht, immer noch eine Steuer aufgeschlagen wird. Man weiß vorher also nie wie hoch der Preis am Ende tatsächlich ist. Ein Glas Honig kostet 10 Dollar. Eine Rolle Backpapier 4,50 Dollar. Bio-Joghurt 8 Dollar. Ein Sixpack Softdrinks allerdings nur 2,50 Dollar. Ein Bier in einer Bar 6-10 Dollar. Ein Glas Wein 8-15  Dollar. Weiterlesen

Neues Zuhause

Nach einem Monat in den USA habe ich Anfang November die nächste große Veränderung bewältigt: Den Umzug in die permanente Wohnung. Die Übergangswohnung in Downtown, Lake/Wells Street, 42. Stock, gefiel mir wirklich sehr gut, aber ich habe mich jetzt auch auf die neue Wohnung gefreut.

Downtown ist spannend, aber vor allem auch sehr laut. Ständig quietschten und rumpelten die Züge unter mir lang, Tag und Nacht waren immer wieder Sirenen zu hören und dieses kontinuierliche Großstadtbrummen. Kennt ihr das? Mir ist es zum ersten Mal in New York City aufgefallen. In Berlin ist es auch zu hören, wenn auch nicht überall. Und in der Mitte von Chicago hat es mich auch begleitet.

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Bye, bye Wolkenkratzer!

Meine neue Wohnung liegt im sogenannten Roscoe Village. Dem „Dorf in der Stadt“. Klingt nach Prenzlauer Berg, oder? Ist auch so ähnlich. Mich scheint so was anzuziehen. Gebürtig komme ich aus einer niedersächsischen Kleinstadt. Nach dem Abitur hatte ich das Bedürfnis, sofort in eine größere Stadt zu ziehen. Brühl, Wiesbaden, Freiburg, Wiesbaden, Berlin – und nun Chicago. Die Städte sind größer geworden. Aber irgendwie bin ich immer in Vierteln mit kleinen Läden, außergewöhnlichen Cafés und Parks gelandet, die einen dörflichen Charakter haben.  Vielleicht braucht meine Kleinstadtseele doch ein beschränkteres Terrain? Glücklicherweise lässt sich das auch in Großstädten finden.
Auf jeden Fall ist es hier in Roscoe Village sehr entspannt. Breite Gehwege, viele Leute mit Kindern, nette Cafés, zwei Kaffeeröstereien in unmittelbarer Nähe, Restaurants, ein Weinladen, ein Buchladen… was will ich mehr?!

Loslassen (2011)

Viele Menschen träumen von einem Fallschirmsprung. Einmal im Leben wollen sie sich trauen. Ich habe mich getraut und 2011 mit der Grundausbildung im Freifall-Fallschirmspringen begonnen. Warum ich sie nicht beendet habe? Das ist eine andere Geschichte!

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Trockenübung

Loslassen

Der dünne lila Stoff schmiegt sich an meinen Hintern. Meine warme Haut verschmilzt mit dem Nylon. Ich stecke meine Arme in die Ärmel. Wie soll ich diesen superengen Anzug über meine Schultern bekommen? Ich krümme mich zusammen und zwänge mich irgendwie hinein. Jetzt die Luft anhalten und langsam den Reißverschluss hochziehen. Brüste zusammenschieben – geschafft. Ich schaue an mir herunter. Wow, ich bin Lara Croft! Weiterlesen

Schokolade!

Schon direkt nach meiner Ankunft in Chicago fiel mir der angenehme Schokoladenduft auf, der mir hier in Downtown immer wieder in die Nase kroch. Woher kam er? Aus einer Bäckerei? Einem Schokoladenladen? Ich konnte nichts entdecken. Durch Zufall verschlug es uns nach einem Spielplatzbesuch am Fluss auf die andere Flussseite. Und da entdeckten wir auf einmal die Quelle: eine Schokoladenfabrik, the Blommer Chocolate Company.

Ich rechnete damit, dass jeden Moment Willy Wonka aus dem Fabriktor tritt, mich willkommen heißt und dann durch das Schokoladenparadies zu den Oompa-Loompas führt. Kennt ihr den Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“? Wenn nicht, solltet ihr ihn euch ansehen. Es ist einer meiner Lieblingsfilme, da Johnny Depp grandios spielt und ziemlich viel Gesellschaftskritik, eingewickelt in eine Schokoladentafel, serviert wird.
Leider kam Willy Wonka nicht aus der Fabrik. Dafür habe ich heute den Fabrikladen besucht. Spartanisch eingerichtet. Eine große Ecke mit Halloween Süßigkeiten. Ein Riesenregal mit Nüssen in verschiedensten Schokoladenüberzügen (ich habe non-sugar almonds mitgenommen). Ein kleines Regal mit Pralinen. That’s it. Also, ein bisschen romantischer könnte man es schon gestalten…

Als nächstes muss ich herausfinden ob ich an einer Fabrikführung teilnehmen kann. Dann fällt das Kind zufällig in einen Schokoladenbottich, muss von mir gerettet werden und ich bin Kopf bis Fuß in Schokolade gehüllt! So der Plan…

Chicago Marathon

Seit ungefähr 15 Jahren ist Laufen ein wichtiger Teil meines Lebens. Diese Leidenschaft hat mein damaliger Sportlehrer, Herr K., geweckt. Er hatte Triathlon als Wahlsport ganz neu eingeführt. Meine Grundlage in den drei Disziplinen (schwimmen, Rad fahren, laufen) überraschte mich. Beim Rad fahren war ich schlechter als erwartet, beim laufen besser und beim schwimmen so lala, wie erwartet. Weiterlesen

Open house

Am Wochenende war Chicago Open House. Ein tolles Konzept bei dem Architektur Interessierte verschiedene Gebaeude besuchen konnten.

Wen es wundert warum es so viele Flaggen mit „W“ auf den Bildern gibt – die Baseball Mannschaft Chicago Cubs hat nach einer langen Zeit mal wieder eine Siegesserie, daher ist die ganze Stadt beflaggt und die Springbrunnen sind blau eingefaerbt – Go Cubs!

First impressions of Chicago

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